Wurzeln

Schon in jungen Jahren interessierten mich das politische Leben und die gesellschaftlichen Zusammenhänge. Geprägt von einem aktiven und umtriebigen Vater, welcher seine Jugend in der spanischen Militärdiktatur verbracht hatte, erlebte ich schon als Kind die Sorgen und Hoffnungen der spanischen Gemeinschaft in Basel über die Entwicklungen in der alten Heimat.

Schülerparlament

Am Realgymnasium gehörte ich zur Gruppe jener, die an stundenlangen Mittagssitzungen über Sinn und Unsinn von Cola-Automaten und Samstagsunterricht debattierten. Ich durfte das Schülerparlament IGSRG sogar wiederholt präsidieren, was wohl nicht zuletzt daran lag, dass andere keine Lust dazu hatten. Die Legislaturen dauerten in der Regel auch nur wenige Wochen und wurden regelmässig durch Miniputsche beendet. Prägend waren jedoch einzelne Aktionen wie das Sammeln von Geld für kulturelle Projekte, die (Massen-)Demonstration zur Erhaltung der Skilager oder die Aktionen zur Unterstützung des ehemaligen RGler Bruno Manser.

Jugendparlament

Etwas gesitteter ging es dann im Jugendparlament zu, dessen erste Session ich am 2. Dezember 1995 präsidieren durfte. In den folgenden Jahren durfte ich als Co-Präsident den Aufbau dieser Institution mitgestalten, was nicht nur viel Spass und Freude bereitete, sondern mir auch die ersten vertieften Einblicke in die Basler Politszene erlaubte. Zu den Highlights während meiner Aktivität im Jugendparlament gehörten die Organisation des Jugendkongresses Schweiz-Israel anlässlich der 100-Jahr-Feier des Herzlkongresses, die Einführung der Nachtbusse für Basel, sowie die Durchführung der ersten Schweizerischen Legalize-It Party auf dem Barfüsserplatz. Zu heissen Köpfen führten immer wieder die Budget-Debatten, wo Jung und Alt sich meist nur zögerlich über die finanziellen Bedürfnisse und Ansprüche des Jugendparlamentes einig wurden.

PSOE

Meine erste politische Heimat war die PSOE, die spanische sozialdemokratische Partei, welcher mein Vater schon lange vor meiner Geburt angehörte. Ich durfte bald nach meinem Eintritt in den Ortsverband Basel verschiedene Exekutivämter bekleiden und war lange Jahre Generalsekretär. Als Europa-Delegierter reiste ich zu Dutzenden von Versammlungen in ganz Europa, was mir einen Einblick in die Entwicklung der Integration von Migrantinnen und Migranten in anderen Ländern ermöglichte. Während zwei Jahren gehörte ich dem europäischen Vorstand der PSOE an und war Mitglied des Föderal-Komitees wo ich mich intensiv mit der spanischen Politik aus der Innenperspektive befassen durfte.

Inspektion

Meine Unwählbarkeit (weil Ausländer) verdammte mich in der Basler Politik, nach der Zeit im Jugendparlament zu einer (mehr oder weniger) passiven Beobachterrolle. Ich sass kurz nach meiner eigenen Schulzeit für die SP-Basel-Stadt in der Schulinspektion des Gymnasiums Bäumlihof, wo ich die Schule und ihre Abläufe aus einem neuen Gesichtswinkel kennen lernte.

SP Basel-Stadt

Noch an der Uni trat ich der SP-Basel-Stadt bei. In den ersten Jahren galt mein politisches Hauptinteresse weiterhin der PSOE in welcher ich für mich mehr Gestaltungsmöglichkeiten sah. Nach meiner Rückkehr aus der Limmatstadt 2002 steigerte ich mein Engagement in der Basler SP, da ich zur Einsicht gelangt war, dass ich letztlich doch eher dort gestallten und agieren wollte, wo ich mich täglich bewegte und wo die Auswirkungen meines Handelns sich unmittelbar niederschlagen. Als Co-Präsident des Quartiervereins Bachletten-Neubad und später als Delegierter genoss ich es immer wieder und immer mehr, an den Delegiertenversammlungen die Vorzüge der direkten Demokratie und ihrer Entscheidfindungsprozesse live mitzuerleben. Heute, nach meiner Einbürgerung, bietet sich die Gelegenheit, für den Grossen Rat zu kandidieren, was ich auch mit Leib und Seele mache. Die Sterne stehen angesichts der Verkleinerung des Grossen Rates wahrlich nicht all zu günstig, aber schon der Wahlkampf selbst verspricht ein bereicherndes Erlebnis zu werden. In einer schwierigen Zeit auf Bundesebene, freue ich mich darauf, einen Beitrag dazu leisten zu können, dass die Basler SP zur Trendwenderin auf nationaler Ebene wird.

Migrationskommission

Im 2002 wurde ich, auf Vorschlag des Intergrationsdelegierten, vom Regierungsrat in die Fachkommission für Migrations- und Intergrationsfragen gewählt, der ich bis heute angehöre. Als Fachkommission begleiten wir die Integrationspolitik der Regierung und sind beratend Tätig.

Secondos

Ein besonderes Anliegen war mir die Secondo-Abstimmung vom 26. September 2004 zur erleichterten Einbürgerung. Damals noch als Ausländer engagierte ich mich mit einer kleinen aber originellen Gruppe von Baslern in der IG-Secondas und organisierte mit ihnen und der Band Detto Fatto eine zweitägige Konzerttournee durch 10 Schweizer Städte. Die Erfahrung von secondos-on-tour war prägend und motivierend. Weniger motivierend war das Abstimmungsresultat, immerhin können wir in Basel aber stolz darauf sein, dass Basel-Stadt der einzige Deutschschweizer Kanton war, der die Initiative annahm.

Stimm- und Wahlrecht für Migranten

Meine neue Lieblingsschlacht ist ein altes Thema, welches mich seit jeher beschäftigt. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass die politische Partizipation, gerade in einem direktdemokratischen Land, der Schlüssel zur Integration ist. Einerseits gilt es die Zugewanderten für unser System und ihr Lebensumfeld zu interessieren, anderseits kann es sich keine Gesellschaft der Welt leisten, 30% ihres Potenzials bewusst brachliegen zu lassen. Mit grosser Freude beteilige ich mich am Initiativkomitee, welches dieses Anliegen nun schon zum zweiten Mal lanciert hat. Auch wenn ich nun (nach 33 Jahren) selber nicht mehr vom System ausgeschlossen werde, fühle ich mich verpflichtet, von dieser Seite des Systems aus für jene einzustehen, welche bis heute nicht mitentscheiden dürfen was aus ihren Steuern wird und wie sich ihr Umfeld entwickelt. Besonders freut es mich, dass die Unterschriftensammlung wenige Tage nach meiner Einbürgerung lanciert wurde, so dass ich auch offiziell dem Initiativkomitee beitreten konnte.

AEAE-USUS

Durch meine Tätigkeit als selbstständiger Anwalt und mittlerweile als Verwaltungsratspräsident einer Anwalts-AG, habe ich immer wieder mit den Sorgen und Nöten von KMUs zu tun. Besonders oft konnte ich die Schwierigkeiten der Zugewanderten Kleinunternehmer beobachten, was mich dazu bewog, mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter die Union Spanischer Unternehmer und Selbstständiger (AEAE-USUS) zu gründen. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit KMUlern aus verschiedenen Branchen erlaubt es mir, mir ein weiteres Bild der gesellschaftlichen Realität zu machen und zeigt mir neue Facetten der Auswirkungen des politischen Handelns.

Second@s Plus

Erneut hat mich eine ausländerpolitische Vorlage ins Getümmel der Tagespolitik gerissen. Die unsägliche Initiative der SVP, in welcher sie verankern will, dass kommunale Einbürgerungsentscheide endgültig und gerichtlich nicht überprüfbar sind hat mich aus der Reserve gelockt. Ich habe mich einerseits in meinem persönlichen und politischen Umfeld stark für die Ablehnung dieser Initiative eingesetzt, anderseits bin ich der Second@s Plus beigetreten. Mit einer Handvoll Mitstreitern haben wir die Basler Sektion der Second@s Plus gegründet, deren Kommunikationssekretär ich sein darf.