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Warum wird der Secondo Johann Peter Hebel nicht gebührend gewürdigt.

Von:

Daniel Ordás


Datum: 29.01.2010 10:41:49
Kategorie: Kantonale Politik
Kommentar: 7

Als Sohn deutscher Gastarbeiter kam Johann Peter Hebel vor 250 Jahren "Z'Basel an mym Rhy" zur Welt. Der tüchtige bis eifrige Secondo schaffte es trotz seiner tiefen sozialen Herkunft am Basler Gymnasium am Münsterplatz (Humanistisches Gymnasium) Fuss zu fassen. Die zwei Welten in seiner Brust waren für den jungen Hebel real erfahrbar, da er die kalte Jahreszeit als armer unter armen in der badischen Heimat verbrachte, während er vom Frühjahr bis zum Herbst als armer unter reichen im Umfeld des Basler Grossbürgertums, wo seine Eltern als Hausangestellten arbeiteten, lebte.

Der BaZ ist aufgefallen, dass das Hebeljahr totgeschwiegen wird.

Warum wird der Dichter der Basler-Hymne zu seinem 250 Geburtstag in Basel nicht geehrt? Wo bleiben die Stadtfeste und Sondermünzen? Die Weltwoche vermutet, dass es an der rot-grünen Regierung liegt, die mit den Secondos-Tugenden Fleiss, Ehrgeiz, Erfolgsstreben und Selbstverantwortung nichts anfangen kann. Die Secondos vermuten, dass die Weltwocheabonnenten, in Zeiten der Selbstfindung und Nabelschau, nicht herausfinden wollen, dass der Parade-Basler ein Secondo war.

Wie dem auch sei, der arme Hebel wird einfach zur falschen Zeit 250. Zwischen den Blöcken zerrieben wird es wohl keinen anderen Ausweg geben, als dass seine Nachkommen, die heutigen Secondos, ihm ein würdiges Fest bereiten, mit Döner und Zibelewaie uff dr Basler Pfalz, uff dr braite Brugg und sonst überall z'Basel an mym Rhy.



Kommentar:

Patrizia Senn : 29.01.2010 06:12:45


Lieber Herr Ordàs

Schön wie Sie das wieder analysieren, aber wie immer haben Sie in Ihrem Humor auch sehr viel Wahrheit. Wenn Secondas-Hebel-Fest wirklich staat findet, müssen Sie die Sache einem grösseren Publikum bekannt machen.

Es ist wirklich eine Schande, dass Hebel, nur weil er "nicht ganz Basler" war ihn der Stadt seiner Hymne nicht gefeiert wird.

Lustig ist auch, dass die andere Basler Hymne "s' Martinsglöckli" auch von Heimat, Heimweh und Heimat in der Fremde handelt. Das zeigt doch, dass Basel eigentliche ein weltoffene Stadt wäre.



Daniel Ordás : 29.01.2010 06:20:31


Danke Frau Senn

Ich habe einen Kommentar von Ihenn gelöscht, da beide identisch waren.

mfG
Daniel Ordás



Hans-peter Wessels : 31.01.2010 18:09:30


Lieber Dani

Eine wunderbare Idee! Aber bitte nicht vergessen, alle Secondos in der Basler Regierung ans Hebel-Fest einzuladen.

herzlich
Hampe



Daniel Kobell : 01.02.2010 10:23:57


Hallo Dani
Als "Primero" in der Stadt Basel, habe ich hier meine Heimat gefunden. Auch wenn ich nicht vom Bosporus oder den Spitzbergen hergezogen bin, das Emmental ist fast gleich "abgelegen".

Mir gefällt die Idee, den Schöpfer vom Baslerlied zu ehren. Kennengelernt habe ich das Lied in der Rheinbrücke (Manor für alle Neuzuzüger) mit dem die späten Kunden aus dem Laden gebeten werden.

Wenn die Basler am Tattoo beim Baslerlied aufstehen und mit einer Träne im Auge, wehmütig singen: "Z'Basel a mim Rhy, jo do möchti sy.." wird eine Stimmung heraufbeschworen, die in diesem Jahr in die Stadt und von der Stadt ins LAnd getrage werden soll.

Also bitte keine Heimat-duselei à la SVP und auch keine links-intellektuelle Kopfgeburt - ein einfaches und klares Gefühl für diese Stadt, sollte die Ehrung sein - ganz so wie es Hebel selber in seinen Gedichten vemitteln konnte.

Machen wir eine Kampagne ohne wenn und aber - ich bin dabei!



Marcel Tschopp : 02.02.2010 02:45:31


Es ist beschämend, dass die selbsternannten Patrioten den grössten Dichter unserer Stadt verleugnen, nur weil sie herausgefunden haben, dass er keine "Reinrassiger" ist. Ich finde es als echter Bebby ohne Vorurteile gut, dass wenigsten die Secondos sich für Johann Peter Hebel ins Zeug legen. Eine Secondo-Party ist bestimmt auch lustiger, als wenn Hebel mit Alphörnern und Gejodel (beides sehr unbaslerisch) gefeiert würde.



Karl Linder : 08.02.2010 08:03:09


J.-P. Hebel im Sinne eines Heimatfestes zu huldigen, und dann erst noch die SP als Organisator der Idee; Wer hätte dies gedacht vor 19 Jahren, 1991, der 700 Jahre Feier der Schweiz...
Aber man kann ja aus intellektuellen Rohrkrepierern ('la suisse n'existe plus') lernen, von daher wär die Idee zu begrüssen. Und: Es wär doch die Gelegenheit, dass wir Basler dazu badischen Wein trinken, und keinen kalifornischen oder australischen, und uns dessen Vielfältigkeit und Qualität bewusst sind. Im nahen Ausland lauern die Schätze, per Velo erreichbar.



Nicole Fretz : 19.02.2010 02:59:36


Lieber Ordas
Der Geburtstag von Hebel wird in Basel durchaus gefeiert. Wir von der Quartierkoordination St. Johann organisieren zum Beispiel am 11. Juli 2010 ab 10.00 Uhr beim Hebelplatz ein Hebelstroos-Zmorge, das in der Tradition einer Uusestuehlete steht. Bewohner aus dem Umkreis der Hebelstrasse laden Personen als Gäste ein, die sich in einer Organisation für Hebel einsetzen. Gerne kannst du und andere (Nicht)Secondos am Frühstück teilnehmen! Mitnehmen: Zopf und Confi für 2... Anmeldung bei mir. Liebe Grüsse Nicole



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