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Gebt den Amis die 52'000 Namen!!!

Von:

Daniel Ordás


Datum: 20.02.2009 12:26:25
Kategorie: Internationale Politik
Kommentar: 1

Eines vorweg, dies ist kein Plädoyer für das Bankgeheimnis! Man kann über Sinn und Unsinn diskutieren und die Abschaffung fordern oder ablehnen. Was man nicht kann ist mit dem Cowboyhut und der Hand am Revolver durchs Leben gehen und den "kleinen" das Messer an die Kehle setzen.

Die USA fordern von der UBS die Namen von 52'000 Amerikanern, die die Steuern betrogen haben.

Punkt 1
Ja, wahrscheinlich haben sie die Steuern betrogen, denn wieso sollten sie das Geld sonst ausser Landes schaffen. Das ist nicht lieb und wir müssen uns wohl nach einer anderen Einnahmequelle umsehen.

Punkt 2
Wollen die Amerikaner die 52'000 Namen wirklich wissen? Genau so gnadenlos wie die USA die Schweiz destabilisiert könnte es die kleine Schweiz mit den USA machen.

Wenn die UBS morgen die Namen der 52'000 (potentiellen) Steuerbetrüger im Internet veröffentlicht, dann muss übermorgen der halbe Senat und das ganze Repräsentantenhaus zurücktreten. Offenbar weiss man in Miami, dass man die Namen nicht preisgeben wird. Die Anfrage war nur ein Druckmittel, denn niemand in Amerika will diese Namen wirklich wissen!

Wie naiv muss man sein um zu glauben, dass die 52'000 Konten den Taxifahrern von New York und den Maisbauern von Iowa gehören. Die Konten gehören den Herren, die die Wahlkämpfe für den Kongress finanzieren, sie gehören den Herren die die Wahlkämpfe der Gouverneure finanzieren, sie gehören den Herren, die die Wahlkämpfe der Staatsanwälte finanzieren.

Fazit: Wenn sie dumm tun, dann gebt ihnen doch die Geister die sie rufen!

Kommentar:

Thomas Brückner : 20.02.2009 10:12:23


Hola Daniel

du gibst treffend wieder, was Irritation auslöst: kaum ist das angeblich Historische geschehen und die verstaubte Decke über dem Bankgeheimnis kurz gelüftet, wollen die USA nun die ganze Decke wegreissen. Das Ziel eines Vergleiches ist nicht, das Spiel von vorne zu beginnen.

In deiner Schlussfolgerung gebe ich dir allerdings nicht recht. Ich denke langfristig geht es hier nicht - und uns schon gar nicht - um die Namen von 52 oder 52000 Steuersündern, sondern um die Frage ob wir an einem Prinzip, ja einem Stückchen Mythos Schweizerischer Identität (s. Imhof u.a.) festhalten wollen und können. Ich beantworte sie mit Nein. Darauf zu pokern, dass sich US-Staatsanwälte gerade zu eigenen Totengräbern machen, kann nicht in unserem Interesse sein.



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