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Die SP muss schweigen wenn alles gut geht (und wenn es schlecht geht auch)

Von:

Daniel Ordás


Datum: 21.10.2008 11:16:33
Kategorie: Nationale Politik
Kommentar: 3

Das hat er sich aber gut ausgedacht der Herr Pelli. Landauf landab erklärt er in Interviews, dass die SP nun schweigend das Boni-Rettungspaket des Bundesrates durchwinken solle, ohne über die Folgen oder gar Ursachen zu diskutieren.

Jahrzehntelang haben SP-Politiker darauf hingewiesen, dass der Casino-Kapitalismus über kurz oder lang in sich zusammenbrechen wird. Wenn SPler sich mit Regulierungsvorschlägen zu Wort meldeten, wurden sie nach Moskau verwunschen oder es wurde ihnen schlicht die Sachkompetenz abgesprochen.

Es kam wie es kommen musste. Die Mahner von damals wollten natürlich gar nicht Recht haben, denn was sie kommen sahen war nicht gut. Jetzt wo es eingetreten ist, dürfen und wollen sie sich logischerweise nicht darüber Freuen, dass sie Recht hatten, da Millionen von Menschen weltweit einer äusserts unsicheren Zukunft entgegensehen. Was jedoch nicht angeht ist, dass man jene die Recht hatten nun zum Schweigen zwingt, mit dem Argument, dass man jetzt zusammenstehen müsse.

Es muss möglich sein, über andere Rettungsvarianten zu sprechen. Es muss möglich sein, zu definieren was man retten will. Es besteht kein Konsens!

Die einen wollen die Boni retten, andere wollen die UBS retten, dritten geht es darum, dass weiterhin Geld für Kredite und Hypotheken da ist und es gibt sogar welche, die das System an sich retten wollen. Die Debatte ist hiermit eröffnet, und nicht etwa abgeschlossen!

Ich hoffe, dass man in den Zeiten der blühenden Landschaften, die hoffentlich wieder kommen werden, auch für jene ein Ohr offen hat, die uns daran erinnern, dass es nicht nur Gewinner und Bonianer gibt.

Kommentar:

Doris Sager : 21.10.2008 06:24:23


Was will die SP denn jetzt machen? Soll man die UBS untergehenlassen und unser Erspartes mit ihr? Wahrscheinlich haben Sie ja Recht und wahrscheinlich hatten Ihre Genossen schon früher Recht. Aber es hilft wenig jetzt rechthaberisch auf die Katastrophe zu starren und die Mithilfe zu verweigern.



Daniel Ordás : 21.10.2008 06:47:12


Liebe Frau Sager

Ich verspüre nicht die geringste Schadenfreude und bin auch gewiss nicht rechthaberisch in dieser Angelegenheit (weil ich nämlich auch kein Patentrezept habe). Einerseits bin auch ich ein Teil des Systems, als Steuerzahler, Sparer, Hausbesitzer und Pensionskassenbezahler, anderseits wäre es verwerflich sich am Leid der anderen zu ergötzen, da die wenigsten selber Schuld sind.

Ich sage lediglich, dass wir darüber reden müssen, was wir retten wollen, wie und mit welchen Bedingungen.

Wir sind uns wohl alle einig, dass kein Steuerrappen an irgendjemanden als Bonus ausbezahlt werden darf.

Uneinig ist man sich, ob es die UBS braucht, oder ob der Bund nicht mit dem Geld lieber eine Auffanggesellschaft für die Kredite der KMUs und die Hypotheken der Privaten machen soll. Wenn der Bund schon 70 Milliarden aus dem Hut zaubern kann, dann kann er diese ja direkt an die Menschen und Firmen geben, welche durch den Konkurs der UBS ihre Kredite und Hypotheken verschwinden sehen. Ausserdem ist mir nicht klar, was eigentlich in den ersten Wochen nach dem Konkurs passieren würde, die Hypotheken und Kredite wären dann wohl fällig, aber es dürfte Jahre dauern, bis der Liquidator diese Forderungen eintreibt. Wenn die Forderung dann im Haus ist, kann man sich bei einer anderen Bank refinanzieren, oder allenfalls die Hypothek oder den Kredit vom Bund ablösenlassen. Eine andere Möglichkeit wäre, dass die UBS teilweise vom Bund übernommen wird, dieser müsste dann nicht als böser Staat, sondern als lieber Aktionär auf die Lohn- und Bonuspolitik Einfluss nehmen. Andere Varianten wären, der CS das Geld zu geben, damit diese jene Teile der UBS übernimmt, die sie für gesund hält. Wieder andere plädieren dafür, dass man eine Art Bundesbank, analog den Kantonalbanken macht (was soll daran schlimmer sein eine Bank zu gründen als eine zu verstaatlichen?). Der Aktuelle Vorschlag der SP ist sogar noch weniger radikal, es sollen einfach der Bund und die Kantone sein, die sich beteiligen, damit wir auch mitreden dürfen, denn bei der Nationalbank dürfte es ja (zu Recht) keine politischen Einflüsse geben.

Ich bin kein Experte. Es widert mich aber an, wenn jetzt die Täter sich zu Rettern aufspielen und uns wieder einmal eine Lösung aufdrängen, die wir nicht ablehnen können (so was darf nur der Pate). Ich kann nicht glauben, dass die einzige Lösung darin besteht, das Loch zu stopfen, den Mund zu halten und den Kurs beizubehalten.



Ulrich Josef : 21.10.2008 15:17:45


Es darf sicher nicht sein,dass der Steuerzahler als Retter dieser Abzocker und Versager schweigen soll.
Schicken Sie diese Leute an ein Seminar im Kloster Disentis wo ihnen mehr Anstand und Wertschätzung gegenüber dem einfachen verantwortungsvollen streng arbeitenden Schweizerbürger beigebracht wird.Vorteil: geringe Kosten. Erfolgsaussicht: gering!!!



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