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Dem geschenkten Bonus schaut man nicht ins Maul

Von:

Daniel Ordás


Datum: 20.10.2008 08:43:05
Kategorie: Dies und Das
Kommentar: 6

Ein Gleichnis: Ein freundlicher Tessiner erhält von einem Trödler auf dem Flohmarkt ein gebrauchtes, aber gutes, Autoradio geschenkt. Beim Einbauen des Radios fällt ihm auf, dass das Radio zu Unrecht im Besitz des Trödlers war. Der Tessiner läuft auf den Flohmarkt und schreit aus voller Kehle: "Der Trödler hat die Radios unrechtmässig erhalten! Er soll alle Radios zurückgeben! Das ist ein Gebot der Ethik und der Moral". Auf dem Nachhauseweg fällt dem Tessiner ein, dass der Trödler ein Freund der Autoradios ist und ihm und anderen Freunden schon viele Radios geschenkt hatte.
Der Tessiner ist beim ins Bett gehen noch immer überzeugt, dass es richtig wäre, wenn der Trödler alle zu Unrecht erhaltenen Autoradios zurückgeben würde, ausser jene, die der Trödler an ihn und seine Freunde der Autoradios weitergeleitet hat.

Dieses Gleichnis ist frei aus dem Suaheli ins Deutsche übersetzt worden und hat nicht das Geringste mit lebenden Parteipräsidenten zu tun, welche die Boni von Bankmanagern und ihren Freunden dankbar entgegengenommen haben, nun aber erwarten, das jene ihre Boni - welche ja mittlerweile weitergespendet wurden - zurückbezahlen.

Kommentar:

S.K : 20.10.2008 03:19:24


Lieber Herr Ordas

Wieder treffen Sie den Nagel auf den Kopf. Es ist schon eine wahre Kunst, die eklige Realität so humorvoll zu skizzieren. Aber Herr Ordas, sie glauben nicht im Ernst dass Herr Pelli auch nur eine Minute lang darüber nachgedacht hat, ob er und die FDP die Boni-Spenden und Boni-Mitgliederbeiträge der Herren Wuffli und Konsorte (bzw. Freunde der FDP) zurückbezahlen soll.

Nach dem Sankt-Florians-Prinzip wird hoffen die anderen Boniempfänger und die Hehler der Boni, dass die Villen der Ertappten abbrennen und der Kelch an ihnen vorbeizieht.



Martin Hofer : 20.10.2008 03:28:29


@ SK

Was würde es denn bringen, wenn die FDP die Millionen der "Freunde der FDP" und anderer Boni-Menschen zurückzahlen müsste? Die Kampagnen für die das Geld verwendet wurde sind schon vorbei und wer weiss wie es ohne die Hehlerware aus den Chefetagen in vielen Abstimmungen ausgegangen wäre?

Ich denke, die FDP müsste das Geld, welches sie von Wuffli direkt oder von dessen Verein "Freunde der FDP" erhalten hat an die UBS zurückbezahlen. Wenn sie sich weigert, hat Herr Pelli kein Recht von Wuffli zu verlangen, das er es zurückbezahlt, denn dieser kann jederzeit sagen, es habe es ja an die FDP weitergeleitet. Bevor Pelli also hier Moralpredigten hält müsste er mal in den Büchern nachsehen, wie viel Boni-Spenden da noch verbucht sind.

Die Rückzahlung wäre moralisch zwingend, aber letztlich nur eine symbolische Tat, denn die Auswirkungen der Spenden kann man nicht rückgängig machen! Und was lehrt uns das zum Thema Parteispenden?



Sabine Neuhof : 20.10.2008 04:56:51


Ich denke, die FDP sollte einen symbolischen Betrag an die UBS zurückbezahlen. Moralisch mag die FDP im Unrecht sein, rechtlich kann man aber nicht verlangen, dass sie die Bonusspenden zurückzahlt, denn sonst müsste der Tankwart von der Tankstelle wo Pelli tankt und mit Bonispenden bezahlt ja das Geld auch zurückgeben und die Putzfrau des Tankwarts und die Coiffeuse der Putzfrau und und und.



Martin Hofer : 20.10.2008 08:02:29


@ Sabine

Natürlich kann die FDP "rechtlich" nicht verpflichtet werden die Boni-Spenden an die UBS zurück zu bezahlen. Herr Pelli könnte sich auf den Standpunkt stellen, dass Herr Wuffli seine Spenden und Mitgliederbeiträge von seinem Grundlohn (auch in mehreren Millionen höhe) bezahlt hat und nicht von den Boni.

Ich denke, die FDP kann auf den Rappen genau nachvollziehen, wieviel Geld sie von Wuffli und den "Freunden der FDP" erhalten hat und dann sollte sie das an die UBS (oder an den Bund) zurückzahlen. Wer für sich Ehre, Anstand und neuerdings auch Moral und Ethik in Anspruch nimmt, der sollte dies auch ohne gesetzlichen Zwang vorleben.
Mal sehen, was die FDP von der Eigenverantwortung der Parteien hält.



Beni : 21.10.2008 07:03:36


Der Bund (ohne Nationalbank) beteiligt sich mit knapp 7 Milliarden Franken an der Garantie für die UBS. Die UBS will sich weiterhin Boni in der Höhe von 7 Milliarden Franken auszahlen. Lustig. Unsere Steuergelder werden für die Boni-Zahlung gebraucht.



Basler Bebbi : 21.10.2008 07:43:29


@ beni

du hast ja so recht. das perverse ist aber, dass man uns nicht fragt. für eine popelige gerichtspräsidentenwahl kam man das volk zwei mal an die urne rufen, über 7 millarden bonusgeschenke (immerhin 10'000 fränkli pro einwohner) entscheiden habe die herren pelli und konsorte ganz alleine. so macht es richtig spass in einer demokratie zu leben, ich freue mich schon auf die nächsten weltbewegenden abstimmungen.



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